07.03.2018, Märkische Onlinezeitung, Red. Schwedt und Angermünde, D. Rietz

 

Mitgliederversammlung am 06. März 2018

 

Schwedt (MOZ) Langeweile kennen die weit über 1000 Mitglieder des PCK-­Senioren­vereins kaum. Sie treiben Sport, beschäftigen sich mit Videos und Computern, singen, reisen, feiern und betreuen ältere und kranke Mitglieder. Niemand wird hier ver­ges­sen.

Das soll auch mit dem neuen Raffinerie-Mehrheitseigentümer Rosneft in Zukunft so bleiben, versicherte am Dienstag der größte Sponsor - die PCK-Raffinerie während der Jahresmitgliederversammlung des Vereins an den Uckermärkischen Bühnen. Jens Haselow aus der PCK-­Führungsmannschaft sang ein Loblied auf die starken, ehrenamtlichen Organisatoren in Deutschlands größtem Betriebsseniorenverein mit Joachim Kolenda an der Spitze. "Das sind wirklich beeindruckende Veranstaltungen", sagte er und versicherte: "Wir werden mit unserem Engagement nicht nachlassen." Rosneft unterstütze als neuer Mehrheitseigner der Raffinerie die großzügige PCK-För­derung für den Verein auch in Zukunft. Voraussetzung selbst für die Vereinsfinanzierung sei, dass das Mineralölunternehmen am Ende des Tages Geld verdient. Haselow und Kolenda erinnerten daran, dass das Jahr 2017 für die Raffinerie in einem schwierigen Marktumfeld sehr erfolgreich gelaufen sei. Im Vergleich der 54 europäischen Raffinerien hatte PCK Spitzenwerte erreicht. Haselow rief den PCK-Senioren ins Gedächtnis, dass Rosneft in den nächsten Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in Schwedt investieren wolle. Er nannte das "ein gutes Zeichen für die Zukunft". Rosneft will das Geld in Zukunftsprojekte stecken. Erstmals öffentlich genannt wurde, dass die Raffinerie groß in die Verringerung des Schwefelgehalts von Schiffsdiesel investieren will.

Die PCK-Senioren erfuhren zudem, dass die Vorbereitungen auf die nächste Großabstellung der Raffinerie im Jahr 2019 auf Hochtouren laufen. Sie wird den Namen "Step 2" tragen. Sie soll im Ergebnis dazu beitragen, die Arbeitssicherheit und die Verfügbarkeit der Produktionsanlagen weiter zu verbessern. Und am Ende des Tages mehr Geld zu verdienen. Auch um zukünftig den Verein großzügig wie bisher zu unterstützen.

Auch über Herausforderungen sprach der PCK-Mann. Im Unternehmen läuft ein großer Mitarbeiterwechsel. Innerhalb von zehn Jahren geht die Hälfte aller Mitarbeiter in Rente und muss durch neue ersetzt werden. Haselow sprach von insgesamt 600 Kolleginnen und Kollegen, die in den Ruhestand wechseln, und 500, die neu gewonnen werden müssen. Bis 2025 will PCK diesen Prozess erfolgreich abschließen.

Personalveränderung gab es im zurückliegenden Jahr auch im Seniorenverein. Der Chor, der mit launigen Frühlingslieder die Versammlung auf der Bühne eröffnet hatte, hat eine neue Chorleiterin. Die langjährige Leiterin, Ljudmila Weber, hat den Verein verlassen. Sie wurde würdig verabschiedet und ist aus Schwedt weggezogen. Mit Hilfe der Schwedter Musik- und Kunstschule wurde ein "sehr guter Ersatz gefunden", wie Joachim Kolenda in seinem Geschäftsbericht zum zurückliegenden Jahr sagte. Klaudia Kobos stammt aus Stettin. Sie ist jung, gut ausgebildet und leitet den Chor jetzt mit viel Engagement und persönlichem Einsatz. Ihre erste Feuerprobe hatte sie mit den 28 Sängerinnen und vier Sängern bereits während der Adventskonzerte mit Bravour gemeistert, lobte Joachim Kolenda. Elf öffentliche Auftritte absolvierte der Chor im Jahr 2017, vom Auftritt auf der Seniorenmesse über ein Gastkonzert in Barlinek, das Konzert zum Muttertag in der katholischen Kirche in Schwedt, die Teilnahme am Criewener Sängertreffen bis zum Singen zur Mittsommernacht.

Ein begehrter Chor. Nur eines fehlt ihm noch, nachdem die neue Chorleiterin 2017 gefunden worden ist: Männerstimmen. Ehrenvorsitzender Karl Grödel appellierte an die Männer in Verein, ihre Stimme dem Chor zu geben. "Singen kann doch jeder", warb er. "Wir brauchen Männer!" Er hatte nachgezählt: Im Verein gibt es 81 "junge Alte", also Männer im Alter von 72 Jahren und jünger. Die älteste Sängerin im Chor ist übrigens 90 Jahre alt.

Noch ein Personalproblem hat der Verein. Aus Altersgründen will Marita Rath ihre Mitarbeit im Vorstand beenden. Nur geht es ihr bisher wie dem Fährmann im Märchen "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren". Niemand will ihr Ruder übernehmen. Karl Grödel berichtete, die Nachfolgersuche blieb bisher ohne Erfolg und forderte: "Enttäuscht mich nicht, macht was draus!" Gemessen am Beifall, den der Ehrenvorsitzende für seinen Auftritt erhielt, dürfte er nicht enttäuscht werden.


Ein Beitrag der Video-Gruppe unseres Vereins


Zahlen, Daten, Fakten

• Der Seniorenverein der PCK Raffinerie ist mit 1170 Mitgliedern der größte Betriebsseniorenverein in Deutschland. Darunter sind 668 Frauen und 462 Männer. Das älteste Mitglied ist Mariane Roye (97 Jahre). Der älteste Mann ist Ehrenvorsitzender Karl Gröde mit 95 Jahren. Das Durchschnittsalter im Verein liegt derzeit bei 76,9 Jahren.
• Zum Vorstand gehören Joachim Kolenda, (Vorsitzender), Hans Treu, Martina Sparkuhle, Manfred Thomas, Jürgen Marder, Doris Brodrecht, Edelgard Häusler und Marita Rath.
• Der Sport nimmt den größten Raum ein unter den Aktivitäten im Verein. Fast zwei Drittel der Vereinsmitglieder - insgesamt 728 - treiben regelmäßig Sport in 14 Interessengruppen. Darunter sind Wassergymnastik, Wandern, Schwimmen, Bowling, Nordic Walking, Kegeln, Gesundheitssport, Radwandern, Tischtennis, Tennis, Seniorentanz.
• Der Verein gibt als wichtigste Kommunikationsquelle vereinsinterne Infos heraus.
• Die 35 Verbindungsleute verteilen die Infos und halten den Kontakt zu den Mitglieder in den einzelnen Wohngebieten.