12. Januar 2023

 

IG Handarbeiten - Die Klöppelgruppe stellt sich vor

 

Das Klöppeln ist eine Handarbeit, die vermutlich ihren Ursprung in Italien hatte. In erster Linie diente die Handarbeitstechnik der Herstellung von Spitzen zur Verzierung der Kleidung von Adligen. Vermutlich haben Edelfrauen und ihr Hofgesinde als Erste diese Handarbeiten durchgeführt, denn dazu brauchte man natürlich einige Hilfsmittel, wie eine Klöppelrolle, einen entsprechenden Ständer, Klöppel, die von Holzkünstlern gefertigt wurden und natürlich edle Seidengarne. 

 

Die verwandtschaftlichen Beziehungen der Adligen gingen natürlich über die Grenzen ihrer Länder hinaus und so konnte sich diese Handarbeit, nicht zuletzt auch durch Spitzenhändler, über ganz Europa ausbreiten. Seit dem 16. Jahrhundert wird diese Handarbeitstechnik auch im Erzgebirge bekannt. Der Silberbergbau wurde gefahrvoller für Bergleute und Bergarbeiterfamilien. Sie verloren bei Unfällen oft den Ernährer. Ein ähnliches Schicksal ereilte die Unternehmerfrau Barbara Uthmann in Annaberg. Sie besann sich auf ihre Fähigkeit Spitzen zu klöppeln, welche sie von einer Brabanterin erlernt hatte. Um die Notlage von Frauen aus Bergarbeiterfamilien zu mildern, unterwies sie diese im Spitzenbortenklöppeln und führte diese professionell 1561 in Annaberg ein. Nach Überlieferungen soll sie bald 200 Bortenklöpplerinnen beschäftigt haben, den Vertrieb nahm sie in ihre Hände. Sie war dadurch maßgeblich an der Verbreitung dieser Handarbeitstechnik im gesamten Erzgebirge beteiligt.

Klöppelborten und -spitzen von Hand gearbeitet brauchen Zeit, Ruhe und einige Hilfsmittel, wie bereits oben genannt. Der zeitliche Aufwand für die Herstellung von handgearbeiteten Spitzen wäre heute nicht mehr bezahlbar. Man stellt diese Spitzen heute maschinell her.

Klöppeln von Hand ist heute in der Regel eine Freizeitbeschäftigung, wird aber im Erzgebirge auch noch als Handarbeitsunterricht in der Schule gelehrt und sicher auch bei der Ausbildung von Modedesigner von Vorteil sein.

In unserem Seniorenverein sind wir nur noch eine kleine Gruppe von 6 Frauen, die dieser Handarbeit mit Leidenschaft frönen. Diese Handarbeit kann jeder (Mann oder Frau) in jedem Alter erlernen. Von der körperlichen Konstitution braucht er beide Hände, ein wenig Geschick beim Kreuzen und Drehen von 4 Längsfäden und ein gutes Sehvermögen (Brille ist kein Hindernis). 4 Frauen unserer Gruppe haben das Alter von 80 Jahren überschritten. Nur eine dieser Frauen nahm ihre Klöppel vor 20 Jahren in ihre Hände. Alle anderen sind etwa seit 10 Jahren in der Gruppe und immer noch begeistert. Wir alle haben das Klöppeln erst in unserer Klöppelgruppe erlernt. Das Küken in unserer Gruppe wird in wenigen Jahren das Alter von 70 Jahren erreichen und ist nun 1 Jahr in unserer Gruppe. Sie hat sich die Grundschläge des Klöppelns selbst erarbeitet, bevor sie auf unsere Gruppe aufmerksam wurde.

Mit unseren Arbeiten beschenken wir Angehörige, Freunde, Bekannte und auch das Büro des Seniorenvereins. Natürlich kann man so zeitintensive Handarbeiten nur an Leute verschenken, die Handarbeiten zu schätzen wissen.

Unsere Klöppelgruppe trifft sich jeden Dienstag von 10:00 bis 11:30 Uhr im Raum des Seniorentreffs der WOBAG in der Lilo-Herrmann-Str. 16. Wir sind offen für neue Mitglieder in unserer Gruppe. Interessenten, meldet Euch bitte unter der Tel.-Nr. des Seniorenvereins PCK : 03332/33095 oder auf der Tel.-Nr.: 03332/32143 (Frau Göllnitz, Luzia).

Zusätzlich zu unseren Treffs versuchen wir auch, ein reges Gruppenleben zu führen. So treffen wir uns jährlich mindesten 2-mal, darunter zum gemeinsamen Mittagessen, zu einem Tagesausflug oder zu besonderen Höhepunkten.  In der Corona-Zeit hielten wir natürlich auch telefonischen Kontakt zueinander.

Nachfolgend einige wenige Arbeiten aus unserer Klöppelgruppe. Wir fertigen Fensterschmuck für jede Jahreszeit, Wandbilder, Weihnachtsbaumschmuck, Anhänger für den Osterstrauß, Spitzenborten für Tischdecken, Schmuck und vieles andere mehr...

Ein Beitrag unseres Vereinsmitglieds Luzia Göllnitz